Fördermittelgeber sehen eine Reihe von Vorteilen in Projekt Housing First.
Ein vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg und der Vector Stiftung organisierter Fachtag im GENO-Haus in Stuttgart am 27.01.2026 zum Thema „Was bewirken die Housing First-Projekte und die Fachstellen zur Wohnungssicherung“ informierte Mitglieder des Landesbeirats für Armutsbekämpfung und Prävention Baden-Württemberg und Akteurinnen und Akteure der Armutsprävention im Land über aktuelle Ergebnisse und gab Impulse zur Mobilisierung von Wohnraum. Projektverantwortlicher für den DORNAHOF, Julius-Alexander Rottach, berichtete auch von den eigenen Erfahrungen in der Raumschaft Mittleres Schussental.
Auf den Punkt gebracht werden händeringend Wohnungen gesucht. Deshalb standen bei dem Fachtag vor allem die Vorteile des Projekts Housing First im Fokus. Warum sollten sich Kommunen, Vermieterinnen und Vermieter dafür stark machen?
Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg und die Vector Stiftung sehen als Fördermittelgeber eine Reihe von Gründen, warum sich das Engagement lohnt: Zum einen handelt es sich um einen gesellschaftlichen Beitrag für das Allgemeinwohl. Und Kommunen profitieren auch monetär. Denn Prävention ist immer günstiger als das Vorhalten von Obdachloseneinrichtungen. Ordnungsbehörden werden entlastet und längerfristige Unterbringungen eingespart. Benötigte Kapazitäten in Notwohnungen werden schneller frei. Auch Vermieterinnen und Vermieter haben Vorteile. Denn die Mieterinnen und Mieter werden von den projektverantwortlichen Einrichtungen vor Ort begleitet und die Verantwortlichen halten regelmäßige Kontakte zu den Vermietenden. Das bietet Sicherheit.
Julius-Alexander Rottach erklärt: „Die Beendigung von Wohnungslosigkeit kann nur gemeinsam gelingen und es braucht dafür engagierte Menschen und einen politischen Willen vor Ort. Wohnung bauen ist nicht die alleinige Lösung. Vielmehr muss bezahlbarer Wohnraum, vor allem aus dem Bestand, gewonnen werden. Auf dem Fachtag hat hier Dr. Fuhrop in einem Vortrag Potentiale aufgezeigt. So gilt es entsprechende Programme an den Start zu bringen, wie zum Beispiel nachhaltig finanzierte soziale Wohnraumagenturen, um leerstehenden Wohnraum aus dem Bestand verfügbar zu machen.“
Zweieinhalb Jahre gibt es das Projekt Housing First im Einrichtungsverbund DORNAHOF bereits. Im Schussental konnte so für 13 Menschen erfolgreich Wohnraum vermittelt werden. Dier Zusammenarbeit erfolgt gemeinsam mit der Arkade e.V. und den Gemeinden des Gemeindeverwaltungsverbands Mittleres Schussental (GMS).
Am Ende des Fachtags waren sich die Beteiligten einig, dass es noch einiges zu tun gibt und der Erfolg vom bereitgestellten Wohnraum abhängt. Aber: Nachdem es am Anfang erst eine Zeit gedauert hat, bis die Projekte vor Ort bekannt gemacht waren, sind sie auf einem guten Weg und es kommen immer mehr abgeschlossene Mietverträge dazu. Größere Wohnungsunternehmen sind beteiligt, aber auch bei privaten Vermieterinnen und Vermietern hat es sich herumgesprochen, dass es sich lohnt, hier mitzumachen.
Das Projekt Housing First wird bis Dezember 2026 vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg und der Vector Stiftung gefördert.
Großes Bild v.l.n.r.: Hans-Martin Klenk, Aufbaugilde Heilbronn, Fachbereichsleitung in der Wohnungsnotfallhilfe; Herr Hans-Peter Reuter, Amt für Familie und Soziales Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd; Melanie Dense, Vector Stiftung, Senior Projektmanagerin Soziales Engagement; Julius-Alexander Rottach, DORNAHOF, Projektleiter Housing First Schussental; Bennet Melcher, Stadt Herrenberg, Projektleiter Housing First Herrenberg.
Vorschaubild v.l.n.r.: Melanie Dense, Vector Stiftung, Senior Projektmanagerin Soziales Engagement; Julius-Alexander Rottach, DORNAHOF, Projektleiter Housing First Schussental; Bennet Melcher, Stadt Herrenberg, Projektleiter Housing First Herrenberg.