
Petra Lill besuchte DORNAHOF: „Es ist gut, dass man hier mit Zahlen, Daten und Fakten argumentiert.“
Petra Lill, die neue Dezernentin für Arbeit, Soziales und Bildung im Landkreis Ravensburg, war am Donnerstag, den 30. Juli, zu Besuch am DORNAHOF bei Vorständin Ulrike Wachter und Vorstand Volker Braun.
Seit April dieses Jahres ist Petra Lill im Amt und nahm dies zum Anlass, den DORNAHOF Stammsitz Altshausen zu besuchen. Im Gespräch mit den Vorständen zeigte sie sich beeindruckt darüber, dass der DORNAHOF gemeinsam mit der Partnereinrichtung ERLACHER HÖHE mit differenzierten Angeboten der Wohnungsnotfallhilfe und der Arbeitshilfen nahezu in allen Landkreisen Baden-Württembergs vertreten ist. Netzwerkarbeit auch über die Landkreise hinweg sei gerade jetzt sehr wichtig, so ihr Credo: „Die Rahmenbedingungen in den sozialen Bereichen werden zunehmend anspruchsvoller. Daher gilt es, die verfügbaren Ressourcen bestmöglich für die Menschen einzusetzen. In diesem Sinne ist es wichtig, gut im Austausch zu bleiben.“ Ulrike Wachter bekräftigte den Wunsch nach Austausch: „Wir sehen, dass es Einsparungen gibt und sind daran interessiert, für unsere Klientinnen und Klienten gemeinsam Lösungen zu entwickeln.“
Eine Besonderheit des DORNAHOF ist die enge Verflechtung ambulanter und stationärer Angebote und die Verzahnung mit Arbeitsangeboten. Vorstand Volker Braun erklärte: „Wir haben in verschiedenen Feldern differenzierte Angebote an Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten, sowohl in Form von tagesstrukturierenden Maßnahmen als auch als sozialversicherungspflichtige Arbeitsangebote. In unseren Inklusionsbetrieben sind wir verpflichtet, 40 % der Menschen mit Schwerbehinderung zu beschäftigen. Hier haben wir uns sehr erfolgreich auf dem Markt positioniert mit dem Bereich CNC-Präzisionstechnik mit rund 40 Beschäftigten und mit dem Bereich Speisenversorgung mit über 120 Beschäftigten. Wir sind bezüglich Verpflegung beispielsweise Partner von über 100 Kindertagesstätten und Schulen. Unser Anspruch ist, die Menschen bei allen Produktionsschritten der Arbeit zu integrieren. Entsprechend ist unsere Beschäftigungsstruktur so ausgerichtet, dass auch Menschen mit Behinderung gut arbeiten können. Viele der Beschäftigten fänden in anderen Großküchen keinen Platz, der ihren Fähigkeiten entspricht.“
Ein Augenmerk im Gespräch lag auf den Zahlen des DORNAHOF. Petra Lill war beeindruckt: „Gut die Hälfte der Umsatzerlöse erwirtschaften Sie aus den Zweckbetrieben. Es veranschaulicht Ihre Arbeit, wenn Sie mit Zahlen, Daten und Fakten argumentieren.“ Ulrike Wachter ergänzte: „Wir wollen die Menschen am gesellschaftlichen Kontext beteiligen und gleichzeitig aufzeigen, dass unsere Arbeit auch wirtschaftlich gesehen ein Vorteil für die Gesellschaft ist.“ Volker Braun ergänzt: „Jeder Euro, der von uns in Beschäftigungsangebote investiert wird, kommt um ein Vielfaches zurück. “
Ein Thema, das in dem Zusammenhang auch zur Sprache kam, waren geförderte Maßnahmen für Beschäftigungsangebote. Volker Braun: „Auch wenn die Einrichtung DORNAHOF versucht, Menschen nach Abschluss von geförderten Maßnahmen in Beschäftigung zu halten, gibt es Menschen, die dauerhaft Förderung benötigen. Hier stellt sich die Frage, wie oft wir diese Menschen durch die Drehtüre wieder in die Arbeitslosigkeit schicken sollen. Dann kommen sie sprichwörtlich wieder ganz unten an und über diesen Weg auch wieder zu unserer Einrichtung. Erst wenn ein Mensch dauerhaft beschäftigt ist, wird er über dieses geregelte Arbeitsleben auch stabilisiert und leistet so einen gesellschaftlichen Beitrag.“
Im Anschluss an den intensiven Austausch machte sich Petra Lill bei einem Rundgang über das Gelände und durch die Industriemontage & Verpackung persönlich ein Bild von den strukturierten Arbeitsabläufen. Volker Braun und Ulrike Wachter bedankten sich herzlich für den Besuch: „Wir sind sehr froh, dass Sie, Frau Lill, sich für unsere Arbeit interessieren.“