Neues über den DORNAHOF

Herzlichen Dank an die Kultband Provinz
Es freut uns riesig, dass eine so erfrischende Band wie Provinz mit einer Sachspende an uns denkt. Bei uns gibt es einige Provinz-Fans, sowohl unter den Mitarbeitenden als auch unter den Klient*innen, denn die Songs von Provinz lassen aufhorchen.
Die Caps, T-Shirts und Sweater kommen unseren Stationären Hilfen am Standort Altshausen zugute. Für unsere Bewohnerinnen und Bewohner am DORNAHOF Standort Altshausen ist es ein besonderes Zeichen der Wertschätzung, dass eine Gruppe junger und sehr bekannter Musiker an Menschen denkt, die eher am Rand der Gesellschaft stehen.
Wir hoffen, dass die Band Provinz auch zu einem Fan unseres Einrichtungsverbunds DORNAHOF geworden ist! Um die Privatsphäre unserer Klient*innen zu schützen, zeigen sich auf dem Foto stellevertretend unsere Mitarbeitenden der Stationären Hilfen im Provinz-Outfit.

Rocken für den guten Zweck
Am Samstag, den 21. März, hat das Landestheater Tübingen (LTT) die DORNAHOF Tübingen Wohnungsnotfallhilfe mit einem Live-Rock Auftritt unterstützt. Die LTT-Technikcrew, die normalerweise im Hintergrund für Sound, Licht und reibungslose Umbauten sorgt, ging ins Rampenlicht. Die Techniker übernahmen mit ihren sieben LTT-Bands das Zepter auf der Bühne und rockten den Abend für einen guten Zweck.
Entwickelt haben die Idee Reinhold Mayer und Xavier Gey aus dem LTT-Team. Die Kooperation mit dem DORNAHOF war von Beginn an geplant. Das begeisterte nicht zuletzt den stellvertretenden Geschäftsbereichsleiter am DORNAHOF Standort Tübingen, Dieter Blechert: „Das LTT ist in der Eberhardstraße, das Männerwohnheim auch, das liegt nahe“.
Die Einnahmen der Tickets wurden zum allergrößten Teil direkt an die DORNAHOF Tübingen Wohnungsnotfallhilfe gespendet. Von den Geldern wird ein Wasserspender für die Tagesstätte finanziert, um kostenlosen Sprudel anbieten zu können. Am 7. April fand die Scheckübergabe statt. Der DORNAHOF Tübingen erhielt 1.900 Euro aus dem Benefizkonzert der LTT-Techniker-Bands. Darüber hinaus durfte sich der DORNAHOF über eine Spende des Wirts Herrn Kaan in Höhe von 180 Euro freuen.
Ein herzliches Dankeschön geht an das LTT, welches die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat sowie an alle Mitwirkenden auf und neben der Bühne, die dieses Benefizkonzert ermöglicht haben. Ein ganz besonderer Dank geht auch an Reinhold Mayer (auf dem Foto rechts neben Dieter Blechert), den alle Bruno nennen, der nicht nur am Abend des Konzerts, sondern auch im Vorfeld hohen organisatorischen Aufwand betrieb. Ein weiteres großes Dankeschön geht auch an den LTT-Lokal-Inhaber Herrn Kaan für seine zusätzliche Barspende.


Barber Angels waren in Tübingen zu Besuch
Am 23.03.2026 war Marc Assenheimer von den Barber Angels mit seiner Kollegin Carolin Spies in der DORNAHOF Tübingen Tagesstätte im Männerwohnheim. 18 Personen (15 Männer und drei Frauen) bekamen neue Frisuren und freuten sich darüber riesig. Wir danken den Barber Angels herzlich für ihr Engagement!

Baden-Württembergs Justizministerin Marion Gentges war zu Besuch im Einrichtungsverbund DORNAHOF.
Vorstand Volker Braun und Bernd Wolsky, Leiter Verwaltung und Personalwesen, begrüßten am Freitag, 27.02.2026, am DORNAHOF Stammsitz Altshausen die baden-württembergische Justizministerin Marion Gentges, MdL, zu einem Informationsaustausch. Diese wurde begleitet von Antje Rommelspacher, Landtagskandidatin der CDU für den Wahlkreis Ravensburg sowie Kerstin Schmid, Gemeinderätin und stellvertretende Vorsitzende der CDU Ravensburg.
Vorstand Volker Braun gab den interessierten Besucherinnen einen Überblick sowohl über die Tätigkeitsfelder des Einrichtungsverbunds als auch über die besonderen Herausforderungen, mit denen sich das Sozialunternehmen im Spannungsfeld sich ändernder Rahmenbedingungen aktuell auseinandersetzen muss.
Justizministerin Marion Gentges nahm hier den Faden auf mit konkreten Fragen zu der Situation der Klient*innen des DORNAHOF. Ihre Wahrnehmung sei, dass Menschen im Justizvollzug vermehrt auf sehr niederschwellige und klare Strukturen sowie Anleitung angewiesen seien: „Macht der DORNAHOF ähnliche Erfahrungen?“ Volker Braun bestätigte dies: „Ein niederschwelliger Zugang zu unserer Einrichtung bilden die Tagesstätten, die jeder hilfebedürftigen Person offensteht. Dort kommen unsere Sozialarbeiter*innen mit den Klient*innen ins Gespräch, das ist einer der Eintrittsmöglichkeiten in unser Hilfesystem. Die Angebote an unseren zahlreichen Standorten ermöglichen Zugang zur Tagesstruktur – diese wiederum ist ein Kern unserer Integrationsprozesse. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Lernen der Tagesstruktur.“
Landtagskandidatin Antje Rommelspacher fragte, wie realistisch es sei, Menschen aus sozialer Ausgrenzung auf den ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Vorstand Volker Braun und Bernd Wolsky antworteten hier unisono, dass es aus vielen guten Gründen nach wie vor einen zweiten Arbeitsmarkt brauche: „Viele Menschen, die bei uns ins Hilfesystem kommen, haben aufgrund ihrer intellektuellen und/oder gesundheitlichen Rahmenbedingungen nicht die Chance, sich auf dem ersten Arbeitsmarkt zu behaupten. Wir bieten differenzierte Arbeitsangebote in geschütztem Rahmen, wo sich die Kompetenzen der Einzelnen dank der fachlichen Begleitung unserer Arbeitsanleiter*innen entfalten können. Das gibt unseren Klient*innen ihr Selbstvertrauen zurück und es trägt gleichzeitig zum Gemeinwohl bei, auch in wirtschaftlicher Hinsicht.“
Eine der Herausforderungen, mit denen sich das Sozialunternehmen DORNAHOF aber konfrontiert sieht, ist zum Beispiel, dass beim Ziel, Tätigkeiten anzubieten, die für Klient*innen auch realistisch leistbar sind, der zunehmend steigende Mindestlohn und die Reglementierungen bezüglich befristeter Lohnkostenförderungen große wirtschaftliche Unternehmensrisiken mit sich bringen.
Eine weitere Hürde sieht Vorstand Volker Braun in dem Themenfeld Projektfinanzierung: „Als Grundpfeiler unserer sozialen Angebote wird Projektfinanzierung immer wichtiger. Das ist einerseits gut so, denn es ermöglicht, neue Wege auszuprobieren. Haben diese Erfolg, sollte anschließend eine unkomplizierte Möglichkeit bestehen, die Projektfinanzierung in eine Regelfinanzierung überzuleiten.“ Hier sei ein Wunsch an die Politik, dies in Betracht zu ziehen, „auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Menschen, die nach Projektende wieder von den Arbeits- oder Unterstützungsmöglichkeiten abgeschnitten werden, frustriert sind und dem Sozialsystem an anderer Stelle erhebliche Kosten verursachen.“
Ebenso in den Fokus brachte der DORNAHOF als Einrichtung der Wohnungsnotfallhilfe, dass es hilfreich sei, präventive Fachstellen zur Wohnraumsicherung einzurichten und deren Finanzierung langfristig zu sichern. Der DORNAHOF unterstützt bereits im Rahmen seiner Möglichkeiten mit Fachberatung an den ambulanten Standorten, Zwangsräumungen zu verhindern und damit auch, die Abwärtsspirale der Menschen am Rand der Gesellschaft zu unterbrechen.

Fördermittelgeber sehen eine Reihe von Vorteilen in Projekt Housing First.
Ein vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg und der Vector Stiftung organisierter Fachtag im GENO-Haus in Stuttgart am 27.01.2026 zum Thema „Was bewirken die Housing First-Projekte und die Fachstellen zur Wohnungssicherung“ informierte Mitglieder des Landesbeirats für Armutsbekämpfung und Prävention Baden-Württemberg und Akteurinnen und Akteure der Armutsprävention im Land über aktuelle Ergebnisse und gab Impulse zur Mobilisierung von Wohnraum. Projektverantwortlicher für den DORNAHOF, Julius-Alexander Rottach, berichtete auch von den eigenen Erfahrungen in der Raumschaft Mittleres Schussental.
Auf den Punkt gebracht werden händeringend Wohnungen gesucht. Deshalb standen bei dem Fachtag vor allem die Vorteile des Projekts Housing First im Fokus. Warum sollten sich Kommunen, Vermieterinnen und Vermieter dafür stark machen?
Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg und die Vector Stiftung sehen als Fördermittelgeber eine Reihe von Gründen, warum sich das Engagement lohnt: Zum einen handelt es sich um einen gesellschaftlichen Beitrag für das Allgemeinwohl. Und Kommunen profitieren auch monetär. Denn Prävention ist immer günstiger als das Vorhalten von Obdachloseneinrichtungen. Ordnungsbehörden werden entlastet und längerfristige Unterbringungen eingespart. Benötigte Kapazitäten in Notwohnungen werden schneller frei. Auch Vermieterinnen und Vermieter haben Vorteile. Denn die Mieterinnen und Mieter werden von den projektverantwortlichen Einrichtungen vor Ort begleitet und die Verantwortlichen halten regelmäßige Kontakte zu den Vermietenden. Das bietet Sicherheit.
Julius-Alexander Rottach erklärt: „Die Beendigung von Wohnungslosigkeit kann nur gemeinsam gelingen und es braucht dafür engagierte Menschen und einen politischen Willen vor Ort. Wohnung bauen ist nicht die alleinige Lösung. Vielmehr muss bezahlbarer Wohnraum, vor allem aus dem Bestand, gewonnen werden. Auf dem Fachtag hat hier Dr. Fuhrop in einem Vortrag Potentiale aufgezeigt. So gilt es entsprechende Programme an den Start zu bringen, wie zum Beispiel nachhaltig finanzierte soziale Wohnraumagenturen, um leerstehenden Wohnraum aus dem Bestand verfügbar zu machen.“
Zweieinhalb Jahre gibt es das Projekt Housing First im Einrichtungsverbund DORNAHOF bereits. Im Schussental konnte so für 13 Menschen erfolgreich Wohnraum vermittelt werden. Dier Zusammenarbeit erfolgt gemeinsam mit der Arkade e.V. und den Gemeinden des Gemeindeverwaltungsverbands Mittleres Schussental (GMS).
Am Ende des Fachtags waren sich die Beteiligten einig, dass es noch einiges zu tun gibt und der Erfolg vom bereitgestellten Wohnraum abhängt. Aber: Nachdem es am Anfang erst eine Zeit gedauert hat, bis die Projekte vor Ort bekannt gemacht waren, sind sie auf einem guten Weg und es kommen immer mehr abgeschlossene Mietverträge dazu. Größere Wohnungsunternehmen sind beteiligt, aber auch bei privaten Vermieterinnen und Vermietern hat es sich herumgesprochen, dass es sich lohnt, hier mitzumachen.
Das Projekt Housing First wird bis Dezember 2026 vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg und der Vector Stiftung gefördert.
Großes Bild v.l.n.r.: Hans-Martin Klenk, Aufbaugilde Heilbronn, Fachbereichsleitung in der Wohnungsnotfallhilfe; Herr Hans-Peter Reuter, Amt für Familie und Soziales Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd; Melanie Dense, Vector Stiftung, Senior Projektmanagerin Soziales Engagement; Julius-Alexander Rottach, DORNAHOF, Projektleiter Housing First Schussental; Bennet Melcher, Stadt Herrenberg, Projektleiter Housing First Herrenberg.
Vorschaubild v.l.n.r.: Melanie Dense, Vector Stiftung, Senior Projektmanagerin Soziales Engagement; Julius-Alexander Rottach, DORNAHOF, Projektleiter Housing First Schussental; Bennet Melcher, Stadt Herrenberg, Projektleiter Housing First Herrenberg.
Tübinger Studenten zeigen hochaktuelles Theaterstück und sammeln Spenden für DORNAHOF Tübingen
Am sechsten und siebten Februar besuchten Teammitglieder der DORNAHOF Wohnungsnotfallhilfe Tübingen im Clubhaus der Universität in Tübingen die Erst- und Zweitaufführung des Theaterstücks „DRAUSSEN VOR DER TÜR – EIN STÜCK, DAS KEIN THEATER SPIELEN UND KEIN PUBLIKUM SEHEN WILL“, der jungen studentischen Theatergruppe „(K)ein Drama“.
Bereits vorab informierte Regisseur Felix Besch darüber, dass traditionell die als Spenden eingenommenen Eintrittsgelder einer Organisation zugedacht werden, „deren Arbeit thematisch zu dem jeweils gespielten Stück passt“. Dieses Jahr war deshalb die DORNAHOF Tübingen Wohnungsnotfallhilfe ausgewählt worden. Felix Besch: „In diesem Semester bringen wir „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert auf die Bühne. Das Stück aus der Nachkriegszeit handelt von einem Kriegsheimkehrer, dem nach seiner Rückkehr alle Türen verschlossen bleiben, der in seiner Heimatstadt keine Hilfe erfährt und somit ohne Perspektive bleibt. Vor diesem Hintergrund sind wir auf den DORNAHOF aufmerksam geworden und auf die wertvolle Arbeit, die dort für Menschen in schwierigen Lebenssituationen geleistet wird.“
Die Thematik des Stücks ist auch 80 Jahre nach Entstehung immer noch – oder erneut – hochaktuell. Gerade deshalb freuten sich die Mitarbeitenden vom DORNAHOF, die bei den Vorführungen waren besonders über die Kurzbeschreibung des DORNAHOF Tübingen im ausliegenden Programmheftchen, sowie über die Möglichkeit, weiteres Info-Material auslegen zu können.
Das Stück zeigt die brisante und sehr belastende Situation von Menschen in Armut und in prekären Wohnsituationen. Eindrücklich werden die Suche nach einem Platz in der Gesellschaft auf der einen Seite und Schweigen, Abwehr, Verdrängung, Wegschauen und Weiterleben auf der anderen Seite sowie der schiere Existenzkampf, das Trauma des Scheiterns auf allen Ebenen und die Sehnsucht nach einer Normalität auf die Bühne gebracht.
In Zeiten von in Frage gestellten Angeboten und Finanzierungen für diesen Personenkreis weist das Stück besorgniserregende Parallelen auf zu heute. Die DORNAHOF Mitarbeitenden vom Standort Tübingen ziehen ein gemeinsames Fazit: „Für uns war der Abend, anders als erwartet, hoch emotional, zum Teil belastend und sehr eindrücklich. Es hat auch uns zum Nachdenken angeregt und nachhaltig beschäftigt. Dem Ensemble wünschen wir für die nächsten Vorstellungen (am 14. und 15. Februar) alles Gute, dem Publikum trotz „der schweren Kost“ eindrückliche Abende und den Menschen draußen vor der Tür Verständnis und Entgegenkommen und mehr offene Türen in schwierigen Zeiten.“
Nachtrag vom 7. April 2026: Wir danken der Theatergruppe "(K)ein Drama" herzlich für die überreichte Spende in Höhe von 1.000 Euro.

Willkommen sein, gesehen werden, Gemeinschaft spüren: Tagesstätte im UZF für Frauen.
Die Tagesstätte im Unterstützungszentrum für Frauen (UZF) im Tübinger Schleifmühleweg hat seit ein paar Wochen einen eigenen Namen: Ankerplatz. Der Name ist Programm für die Frauen, die ihn gemeinschaftlich gewählt haben. Hier können sie ausruhen, auftanken, Unterstützung holen.
Seit 2025 ist Sandra Gaidzik (auf dem Foto) in der Tagesstätte im Unterstützungszentrum als pädagogische Fachkraft mit arbeitserzieherischer Qualifikation tätig. Sie kümmert sich um alle Alltagsbelange der Besucherinnen und Klientinnen und ist doch viel mehr. Als erstes gab sie dem Gemeinschaftsraum in der Tagesstätte gemeinsam mit den Klientinnen einen neuen Anstrich und einen eigenen Namen. „Wir turnen, malen, nähen und backen zusammen. Wichtig ist eine Reihe von zeitlich verbindlichen Angeboten. Bei all diesen Tätigkeiten kommen wir Schulter an Schulter ins Gespräch und ich kann als erste Ansprechpartnerin den Frauen zuhören. Das ist dann gleichzeitig ein Türöffner für Gespräche mit der Sozialarbeit. Die Frauen, die oftmals sehr lange alleine mit ihren großen Problemlagen waren, fassen so Vertrauen zu uns und unserer Tätigkeit“, erklärt Gaidzik. Ihre ruhige Art kommt sehr gut an. „Wir haben täglich bis zu 20 Frauen, die uns zu den Öffnungszeiten besuchen. Darunter sind junge Frauen und Seniorinnen. Unsere jüngste Besucherin ist 19 Jahre alt und unsere älteste Besucherin ist gerade 82 Jahre alt. Hier treffen sich alle Kulturen“, ergänzt sie.
Das Unterstützungszentrum für Frauen gibt es seit 2016. Die Arbeitserzieherin ergänzt die fachliche Arbeit der Sozialarbeiterinnen mit ihrer offenen Art um eine sehr wichtige menschliche Komponente, ohne Druck und ohne disziplinarischen Auftrag. Christa Schöffend, Geschäftsbereichsleiterin vom DORNAHOF Tübingen, zu dem das Unterstützungszentrum für Frauen zählt, ist froh darüber: „Genau diese andere Rolle eröffnet Sandra Gaidzik oftmals neue Möglichkeiten, ins Gespräch zu finden. Das ist für uns alle ein Gewinn.“ Von Montag bis Freitag gibt es täglich in der Tagesstätte im Unterstützungszentrum ein leckeres, frisch gekochtes Mittagessen. Das Angebot wird genutzt von Besucherinnen der Tagesstätte und auch von Bewohnerinnen im Aufnahmehaus. Wichtig ist dem Team, dass bekannt wird, dass man nicht auf der Straße leben muss, um ins Unterstützungszentrum für Frauen zu kommen. Jede Frau, die das Bedürfnis nach Ansprache hat, darf vorbeikommen: Die Tagesstätte Ankerplatz im Tübinger Schleifmühleweg 16 ist Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 15 Uhr geöffnet.
Hier geht es zu den Angeboten für Frauen: Unterstützungszentrum für Frauen in Tübingen

Danke für Wasserspender im Unterstützungszentrum für Frauen und in der Industriemontage.
Im DORNAHOF Unterstützungszentrum für Frauen in Tübingen steht ab jetzt dank einer Förderung von human aktiv ein Wasserspender zur Verfügung, an dem sich Klientinnen mit frischem Wasser bedienen dürfen. Auch die DORNAHOF Industriemontage & Verpackung in Altshausen erhält zwei Wasserspender.
Die Klientinnen in der Tagesstätte des Unterstützungszentrums für Frauen am DORNAHOF Standort Tübingen sind glücklich über den neuen Wasserspender, der Ende Januar in Betrieb genommen werden konnte. „Frauen, die in unsere Tagesstätte kommen, haben nicht viel Geld und der Wasserspender ist für sie daher ein sehr willkommenes Angebot. Außerdem wird so die selbstverantwortliche Gesundheitsfürsorge unserer Besucherinnen unterstützt, ohne ihren Geldbeutel zu belasten. Das hört sich nach einem kleinen Thema an, hilft aber im Endeffekt sehr viel. Das werden wir spätestens in den Sommermonaten merken, denn mitten in der Stadt kann es sehr warm sein“, so die pädagogische Mitarbeiterin des Unterstützungsangebots für Frauen im Tübinger Schleifmühleweg, Sandra Gaidzik (auf dem Foto rechts). Christa Schöffend (auf dem Foto links), Geschäftsbereichsleiterin des DORNAHOF Tübingen, ergänzt: „Dank der großzügigen Spende von human aktiv können wir nun den Klientinnen des Tübinger Unterstützungszentrums immer frisch gezapftes Wasser anbieten, nach Wunsch gekühlt oder gesprudelt, ressourcenschonend ohne Transportkosten und Verpackung“.
Auch in der DORNAHOF Industriemontage & Verpackung am Standort Altshausen freuen sich jetzt schon alle Mitarbeitenden riesig über Wasserspender, die im Aufenthaltsraum sowie in der Montagehalle installiert werden. Hier sind rund 70 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 46 Integrationsbeschäftigte tätig. „Die Trinkanlage wird unsere Beschäftigten daran erinnern, genug Wasser zu trinken“, ist sich Geschäftsbereichsleiter Andreas Butscher sicher.
human aktiv – Das Hilfswerk der Neuapostolischen Kirche Süddeutschlands e. V. hat für die Wasserspender in Tübingen und Altshausen einen Betrag von insgesamt 11.000 Euro gespendet.
Abschied und Neuanfang für die Ambulanten Angebote Tuttlingen
Der Einrichtungsverbund DORNAHOF übergibt nach rund 22 Jahren die Ambulanten Angebote im Bereich der Hilfen nach § 67 SGB XII am Standort Tuttlingen der AWO Soziale Dienste gGmbH. Das Hilfeangebot richtete sich an Personen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten, insbesondere wohnungslose Menschen.
Dem DORNAHOF war wichtig, eine gute Lösung für die Zukunft zu finden, so dass das Wohn- und Betreuungsangebot für Klientinnen und Klienten erhalten bleibt. In einem intensiven Prozess konnte mit der AWO Soziale Dienste gGmbH eine Fortführung der Angebote in Tuttlingen vereinbart werden. Die AWO übernimmt in Tuttlingen zum 1. Februar 2026 die Ambulanten Angebote vom Einrichtungsverbund DORNAHOF, ebenso übernimmt sie die DORNAHOF-Immobilie Gießstraße als Pächter.
Mit der Übernahme setzt die AWO ein klares Zeichen, die Wohnungsnotfallhilfe aktiv weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu gestalten. Ziel ist es, das bestehende Angebot auszubauen und an die sich wandelnden Anforderungen anzupassen. Alexander Schiem, Leiter der Wohnungsnotfallhilfe der AWO Soziale Dienste gGmbH, betont: „Unser zentrales Anliegen ist es, die Unterstützung für die Menschen vor Ort ohne Unterbrechung aufrechtzuerhalten. Wir bringen viel Erfahrung, engagierte Mitarbeitende und ein starkes Netzwerk mit, um das Angebot nachhaltig weiterzuentwickeln.“
Die AWO Soziale Dienste gGmbH verfügt über ein breites Spektrum sozialer Angebote und über umfassende, langjährige Expertise in der Wohnungsnotfallhilfe. Bereits seit rund 30 Jahren ist die AWO auch im Landkreis Tuttlingen in diesem Arbeitsfeld aktiv. Dort wurde 1996 die erste ambulante Fachberatungsstelle eröffnet und das Angebot seither kontinuierlich erweitert.
Auch über den Landkreis Tuttlingen hinaus ist die AWO im Bereich der Wohnungsnotfallhilfe fest etabliert und anerkannt - unter anderem mit dem „Sozialen Zentrum Spittelmühle“ in Rottweil sowie dem „Sozialen Zentrum am Neckar“ in Villingen-Schwenningen. Diese gewachsenen Strukturen und die fachliche Kompetenz bilden eine verlässliche Grundlage für die Weiterführung des Angebots am bisherigen Standort des ehemaligen Dornahof. Künftig wird die Einrichtung unter dem neuen Namen „Soziales Zentrum Tuttlingen“ geführt.

Die Beauftragte der SPD-Bundestagsfraktion für die Belange von Menschen mit Behinderungen und Wohnungslosenbeauftragte, MdB Heike Heubach, war zu Besuch am DORNAHOF.
Am Samstag, den 17. Januar, war Heike Heubach, Mitglied des Bundestages, am DORNAHOF Stammsitz Altshausen und sprach dort mit Vorstand Volker Braun über aktuelle Herausforderungen der Wohnungsnotfallhilfe und von Inklusionsbetrieben. Begleitet wurde sie von Paul Frank, SPD Landtagskandidat für den Wahlkreis Ravensburg und Heike Engelhardt, eine der Vorsitzenden des Kreisverbandes der SPD-Ravensburg. „Mich freut das Interesse von Ihnen allen und dass Sie, Heike Heubach, als Beauftragte der SPD-Bundestagsfraktion für Wohnungs- und Obdachlosigkeit sich persönlich und im direkten Austausch über die Arbeit des Einrichtungsverbunds DORNAHOF informieren“, so Vorstand Volker Braun.
Er erläuterte den Gästen zunächst, wie sich der DORNAHOF in über 140 Jahren Geschichte entwickelt hat und mit welchen differenzierten Angeboten das Sozialunternehmen heute Menschen in sozialen Notlagen im Sinne von Teilhabe und Inklusion unterstützt. Daraus entwickelte sich ein intensiver Austausch zu den sich zunehmend verschärfenden Rahmenbedingungen, die den DORNAHOF sowohl im Bereich Inklusionsbetriebe als auch im Bereich Wohnungsnotfallhilfe betreffen.
Volker Braun sprach hier mehrere wichtige Themen an und begann mit der speziellen Situation von gemeinnützigen Inklusionsunternehmen, dass gelingende Inklusion bessere Bedingungen braucht. Beispielsweise könnten sie durch die Vergabe von öffentlichen Aufträgen mehr unterstützt werden: „Die gesetzlichen Grundlagen für eine einheitliche Berücksichtigung von Inklusionsunternehmen sind bereits im SGB IX geschaffen. Für die Anwendung fehlt jedoch eine Bundesverwaltungsvorschrift zur Vergabe öffentlicher Aufträge an Inklusionsbetriebe, die durch einheitliche Vorgaben die praktische Anwendung erleichtert und so die Auftragsvergabe an Inklusionsunternehmen fördert.“
Eine riesige Herausforderung, die dem DORNAHOF im Bereich Wohnungsnotfallhilfe unter den Nägeln brennt, ist das Thema Wohnraum. Ziel der Bundesregierung ist zwar, den Neubau von Wohnungen zu beschleunigen und zu verbilligen, um den Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu beheben. Dazu sollen Genehmigungsverfahren schneller ablaufen, Bürokratie abgebaut und der serielle sowie modulare Bau gefördert werden. Langfristig wird eine Zielvorgabe von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr, davon 100.000 Sozialwohnungen, angestrebt. Zuletzt wurde das allerdings deutlich verfehlt. Volker Braun: „Will man das Ziel nachhaltig erreichen, Wohnungs- und Obdachlosigkeit zu überwinden, müssen die Maßnahmen aus dem Nationalen Aktionsplan umgesetzt werden und präventive Fachstellen zur Wohnraumsicherung eingerichtet und deren Finanzierung langfristig gesichert werden. Mindeststandards für ordnungsrechtliche Unterbringung und gezielte Wohnraumförderung mit Quoten für wohnungslose Menschen sollten gesetzlich verankert werden.“
Ein Thema, welches ebenso zur Sprache kam und bei welchem man bei Heike Heubach, wie sie selbst betonte, „im sprichwörtlichen Sinn offene Türen einrennt“, sind die Auswirkungen der verschärften Sanktionen beim Bürgergeld. Der DORNAHOF warnt davor, dass, wenn die Kosten der Unterbringung für Klient*innen nicht vom Jobcenter bezahlt werden, dies dazu führt, dass Mietschulden entstehen und Mietverträge gekündigt werden. Das wiederum zieht wieder Wohnungslosigkeit nach sich und eröffnet erneut die Abwärtsspirale der ohnehin sozial stark benachteiligten Menschen.
„Wir sind froh, dass Sie uns in der Kombination aus Vertreter*innen von Bund, Land und Kreis besucht haben und sich mit unseren Herausforderungen, Sorgen und Nöten auseinandersetzen“, bedankte sich Vorstand Volker Braun zum Schluss des Austauschs bei den Gästen. Heike Heubach, Paul Frank und Heike Engelhardt dankten für die Anregungen in dem intensiven Gesprächsaustausch.
Foto v.l.n.r.: DORNAHOF Vorstand Volker Braun, Landtagskandidat der SPD für Ravensburg, Paul Frank, MdB Heike Heubach, Vorsitzende des Kreisverbandes der SPD Ravensburg, Heike Engelhardt.

Sternsinger treffen sich am DORNAHOF Altshausen
Am ersten Januar bekam der DORNAHOF Altshausen Besuch von den Sternsingern. Den Tag über hatten die Sternsinger, verteilt auf zwei Gruppen, in den Orten des Verwaltungsverbands Altshausen ihren Segen verteilt. Am DORNAHOF trafen die Gruppen dann mit insgesamt elf Sternsingern aufeinander und wurden in der Freizeit der Stationären Angebote von Mitarbeitenden sowie Bewohnerinnen und Bewohnern empfangen und mit Kinderpunsch und Süßigkeiten versorgt. Der Segen wurde am Freizeitgebäude angebracht. Ein herzliches Dankeschön an die Sternsinger, die in diesem Jahr für ein Projekt gegen Kinderarbeit – für Schule statt Fabrik sammelten.

Erklärung des Einrichtungsverbunds DORNAHOF für Menschenwürde und Demokratie
Wir positionieren uns wie folgt:
1. Eine systematische Ausgrenzung, völkische Rassenideologie und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wie sie die rechtsextremen Akteure verfolgen, lehnen wir entschieden ab. Die Ideologie des Nationalsozialismus baute darauf auf und führte Deutschland in die größte Katastrophe unserer Geschichte. In unserem Land darf dafür kein Platz mehr sein.
2. Eine Ablehnung der Grundwerte unserer Verfassung, das Treten der Menschenrechte mit Füßen sind für uns keine Meinungsäußerung. Entgegen einer Radikalisierung in den Parlamenten und an Stammtischen, bekennt sich der Einrichtungsverbund DORNAHOF zur Würde aller Menschen, zu den christlichen Grundwerten wie Barmherzigkeit und Gerechtigkeit und zur sozialen Gerechtigkeit und Teilhabe aller Menschen in unserem Land.
3. Menschenwürde wird missachtet, wenn unsere Kolleginnen und Kollegen, Nachbarn und Freunde mit Migrationsgeschichte ausgegrenzt werden.
4. Als Teil der Diakonie tritt der Einrichtungsverbund DORNAHOF entschieden für die unantastbare Menschenwürde aller und für eine offene, demokratische und solidarische Gesellschaft ein. Demokratie lebt von einer fairen Teilhabe aller Menschen, unabhängig von Herkunft, Einkommen, Weltanschauung, Geschlecht oder Alter.
5. Wir lehnen aus unserer christlichen, diakonischen Haltung und Überzeugung alle menschenfeindlichen, demokratiefeindlichen und rassistischen Überlegungen ab und verurteilen sie auf das Schärfste! Sie stehen im Widerspruch zu unserem Leitbild und zu unserem Weltbild.
Mit aller Klarheit gilt: Im Einrichtungsverbund DORNAHOF ist kein Raum für extremistische, populistische oder in sonstiger Weise ausgrenzende Positionen.
Altshausen, Januar 2026
Gez. Volker Braun, Vorstand
Gez. Ulrike Wachter, Vorständin

Weihnachtskarten für das Weihnachtsdorf der Stationären Hilfen: Eine zauberhafte Aktion
Lara und Marie vom Studienkolleg St. Johann in Blönried hatten eine zauberhafte Idee für den Heiligen Abend:
Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern aus den siebten bis neunten Klassen des Gymnasiums Blönried bastelten sie wunderschöne, individuell gestaltete Weihnachtskarten und verteilten die Karten höchstpersönlich am Heiligen Abend auf dem Weihnachtsdorf der Stationären Hilfen am DORNAHOF Standort Altshausen.
Auf die Idee waren sie gekommen, als sie sich als Schülermentorinnen hatten ausbilden lassen und dafür ein Projekt brauchten.
Die Bewohnerinnen und Bewohner am DORNAHOF freuten sich am 24.12.2025 riesig über die schön gestalteten Weihnachtskarten und es fiel manchen sehr schwer, sich für eine Karte zu entscheiden. Die Motive zauberten viele Lächeln in viele Gesichter.
Herzlichen Dank an Lara und Marie, dass ihr bei unserem DORANHOF Weihnachtsdorf mit dabei wart!

29. Spendenaktion: Ein herzliches Dankeschön an die Schülerinnen und Schüler der Merian Gesamtschule
Am Samstag, den 13.12.2025, sammelten Schülerinnen und Schüler der Merian Gemeinschaftsschule Lebensmittelspenden für den DORNAHOF Tübingen. Und das zum 29sten mal. Vielen Kundinnen und Kunden, die am Samstag vor dem dritten Advent einkaufen, ist die Sammelaktion in Dußlingen und Nehren bereits aus den Vorjahren bekannt, sodass die Schülerinnen und Schüler nur wenig erklären mussten.
Die Lebensmittel und Hygieneartikel verpackt der DORNAHOF Tübingen nun in Geschenktüten und verteilt sie an Klientinnen und Klienten. Darüber hinaus werden die Lebensmittel für weihnachtliches Essen in den beiden Tagesstätten in der Eberhardstraße und im Unterstützungszentrum für Frauen, im Schleifmühleweg, verwendet und die haltbaren Konserven darüber hinaus.
Die Aktion der Schülerinnen und Schüler ist für den DORNAHOF jedes Jahr ein wertvolles Geschenk. Für die Klientinnen und Klienten und Mitarbeitende vom DORNAHOF Tübingen ist diese Aktion in der Vorweihnachtszeit über die Spenden hinaus ein Zeichen von Mitmenschlichkeit und Wärme.
Liebe Schülerinnen und Schüler, herzlichen Dank dafür!

Vielen Dank an Christmas Garden Mainau
"Für die Klientinnen und Klienten, die in den Stationären Angeboten am DORNAHOF Standort Altshausen leben, ist die Weihnachtszeit oftmals besonders schwer, denn da werden viele damit konfrontiert, dass sie keine Familie haben", so die Leiterin der Freizeit am Standort Altshausen, Andrea Linn. Deshalb hatte sie die Idee, einen Ausflug zum Christmas Garden auf der Insel Mainau zu machen. "Wir bieten während der Adventszeit viele Aktivitäten hier vor Ort an, aber es tut unseren Klientinnen und Klienten auch gut, wenn sie einmal rauskommen." Möglich wurde der Ausflug dann dank einer Spende von 10 Karten durch Christmas Garden. So machte sich eine überglückliche Gruppe aus zehn Teilnehmenden am 27. November auf den Weg zur Mainau. Alle genossen den Ausflug sehr und staunten über die unglaublich schöne Show aus Licht und Musik auf einem über drei Kilometer langen Rundgang.
Wir danken an dieser Stelle Christmas Garden Mainau nochmals im Namen aller teilnehmenden Klientinnen und Klienten der Stationären Angebote am Standort Altshausen für diese Spende.

Zwei Jahre Housing First im Mittleren Schussental – 13 Menschen konnten bereits in Wohnraum vermittelt werden
Seit zwei Jahren läuft das Projekt Housing First im Einrichtungsverbund DORNAHOF – in Kooperation mit dem Verein Arkade e.V. und den Gemeinden des Gemeindeverbands Mittleres Schussental (GVV). Gefördert wird das Projekt über drei Jahre vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg sowie der Vector Stiftung. Zwei Drittel der Projektlaufzeit sind inzwischen absolviert – Zeit für eine Zwischenbilanz.
Ziel von Housing First ist es, wohnungslosen Menschen in der Region neue Perspektiven zu eröffnen. Im Mittelpunkt steht dabei die Vermittlung in mietvertraglich abgesicherten Wohnraum – als Grundlage für Stabilität und die Möglichkeit, freiwillig weitere Unterstützungsangebote anzunehmen.
„Inzwischen konnten 13 Personen in Wohnraum vermittelt werden – darunter Einzelpersonen, Paare und sogar eine junge Familie. Alle waren vor der Vermittlung obdachlos“, berichtet Julius-Alexander Rottach, Geschäftsbereichsleiter und Projektverantwortlicher beim DORNAHOF. Sozialarbeiterin Dorothea Knüfer ergänzt: „Ein typisches Muster der Lebenssituation gibt es nicht. Es gibt nicht die oder den klassisch obdachlosen Menschen.“
Besonders auffällig ist jedoch, dass immer mehr junge Erwachsene unmittelbar nach Erreichen der Volljährigkeit am Projekt Housing First teilnehmen. „Viele dieser jungen Menschen waren zuvor in Einrichtungen der Jugendhilfe untergebracht oder bereits obdachlos. Der Übergang in die Eigenständigkeit gelingt jedoch oft nicht ohne stabile Wohnverhältnisse“ sagt Rottach.
Ein Beispiel zeigt, was Housing First bewirken kann: Ein junges Paar (sie 18, er 23) lebte zuvor in einer Obdachlosenunterkunft. Als die junge Frau schwanger wurde, setzte das Team alles daran, noch vor der Geburt eine Wohnung zu finden. Für die junge Familie war dies im doppelten Sinne ein Glücksgriff: Erst mit der festen Wohnadresse fand der junge Mann eine sozialversicherungspflichtige Arbeit und kann nun für den Unterhalt seiner Familie sorgen.
Doch der Weg dorthin ist oft schwierig. „Viele unserer Klientinnen und Klienten stoßen bei der Wohnungssuche auf erhebliche Hürden“, berichtet eine Sozialarbeiterin aus dem Housing-First-Team. „Wäre ich bei einigen Besichtigungen nicht persönlich anwesend gewesen, hätten unsere Klienten und Klientinnen kaum eine Chance auf eine Zusage gehabt.“
Ohne festen Wohnsitz geraten viele Betroffene in eine Abwärtsspirale. Ohne Adresse sind Bewerbungen, Arztbesuche oder die Inanspruchnahme von Pflegediensten entweder gar nicht möglich oder deutlich erschwert.
Der Druck auf dem Wohnungsmarkt ist enorm: Auf eine einzige Wohnung bewerben sich häufig mehr als hundert Interessentinnen und Interessenten, wie ein Makler dem Team bestätigte. Besonders schwierig ist die Lage für Menschen im Bürgergeldbezug, da sie festen Mietobergrenzen unterliegen und auf dem Wohnungsmarkt häufig stigmatisiert werden. „Der zulässige Betrag liegt oft deutlich unter den marktüblichen Mietpreisen – das schränkt die Auswahl erheblich ein“, erklärt Rottach.
Viele Klientinnen und Klienten von Housing First erfahren dabei strukturelle Marginalisierung. Neben den finanziellen Einschränkungen machen es psychische Belastungen oder fehlende Erfahrung im Umgang mit Online-Wohnungsbörsen den Klientinnen und Klienten oft schwer, passende Wohnungen zu finden. Wer keinen Zugang zu diesen Plattformen hat oder Hilfe bei der Suche braucht, hat deutlich geringere Chancen.
Das ist einer der Gründe, warum der DORNAHOF und der Verein Arkade e. V. ihre Arbeit aufgeteilt haben. Während der DORNAHOF Netzwerke mit Immobilienvermittlern und dem Wohnungsmarkt allgemein knüpft und die Klientinnen und Klienten dann bei der Wohnungssuche begleitet, sucht Mario Schuhmacher, Streetworker bei der Arkade e.V., auf der Straße und in Obdachlosenunterkünften Kontakt zu den Menschen. Er vermittelt „Housing First” dort, wo sich die Menschen befinden, die davon erfahren sollten.
Diese Erfolgsgeschichte macht Mut: Für einen 19-Jährigen konnte eine Wohnung gefunden werden – damit erhielt er die Möglichkeit, eine Ausbildung zu beginnen.
Aktuell beschäftigt das Team ein besonders dringlicher Fall: Eine junge, schwangere Frau hat vom Jugendamt die Auflage erhalten, ihr Kind nach der Geburt nur dann behalten zu dürfen, wenn sie einen festen Wohnsitz nachweisen kann. Das Team setzt alles daran, rechtzeitig eine geeignete Wohnung zu finden, denn Housing First versteht sich als erste Stütze auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben. „Unser Ziel ist es, dass niemand allein bleibt und Wohnraum die Grundlage für neue Perspektiven bietet“, betont Julius-Alexander Rottach.
Auf dem Foto v.l.n.r.: Julius-Alexander Rottach, Cecilia Tradowsky, Dorothea Knüfer